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Die natürliche Sonne, 4. - 7. Kapitel

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4. Kapitel – Lehre vom Sonnenlicht. – Der Luftkreis als Lichthülle.

[NS.01_004,01] Vorerst wollen wir bei der Anschauung der Sonne ihre Lichthülle in Augenschein nehmen, und das aus dem Grunde, weil der vollkommene Sonnenplanet mit eben dieser seiner äußeren Umfassung erst zur Sonne wird.
[NS.01_004,02] Was ist denn diese Lichthülle in naturmäßiger Hinsicht betrachtet? Diese Lichthülle ist der eigentliche, atmosphärische Luftkreis um den eigentlichen Sonnenplaneten herum und ist nur an der äußersten Oberfläche so stark glänzend; gegen den Planeten selbst aber wird er immer dunkler, so zwar, daß von dem eigentlichen Sonnenplaneten durch diesen Lichtstoffkreis ebenso ungehindert in den freien Weltenraum hinausgesehen werden kann, als von irgendeinem andern Planeten. Und eben diese Lichthülle, durch welche von keinem Planeten aus auf den eigentlichen Sonnenkörper zu schauen möglich ist, ist vom Sonnenplaneten selbst aus im höchsten Grade durchsichtig.
[NS.01_004,03] Ihr werdet hier notwendigerweise fragen: Wie ist denn solches möglich, daß man durch diese allerintensivste Lichtmasse vom eigentlichen Sonnenplaneten aus könne ungehindert in die endlos weiten Fernen hinausschauen, während es doch die allerplatteste Unmöglichkeit ist, durch eben diese Lichtmasse von außen her auf den inneren Sonnenplaneten selbst hineinzuschauen?
[NS.01_004,04] Die Ursache dieser Erscheinung ist sehr einfach und liegt euch näher, als ihr es glauben möchtet. Ein ganz einfaches, euch wohlbekanntes Naturbeispiel wird euch die Sache völlig aufklären. Setzen wir den Fall, ihr stündet vor dem Fenster irgendeines Hauses, von welchem sich gerade die dahin fallenden Sonnenstrahlen auf euer Auge zurückwerfen; was seht ihr da? – Nichts als den grellen Widerschein der Sonne aus dem Fenster, welcher euch ein unbesiegbares Hindernis ist, zu entdecken, was sich da hinter dem Fenster befindet. Wird dasselbe Hindernis auch für denjenigen, der hinter dem Fenster steht, ein Hindernis sein, zum Fenster hinauszuschauen und alles recht genau zu beobachten, was in der Nähe und in der Ferne sich außerhalb des Fensters befindet; vorausgesetzt, daß das Glas des Fensters vollkommen gereinigt ist? – O nein, nicht im geringsten! Während ihr außerhalb des Fensters stehend nichts als die weißglänzende Glasscheibe erblicken werdet, wird der innerhalb des Fensters Stehende recht bequem eure Haare zählen können.
[NS.01_004,05] Sehet, gerade also ist es auch mit der Sonne der Fall, da ihr eigentlicher Lichtglanz nichts anderes ist als zuerst eine Aufnahme aller der Strahlen von einer Milliarde Sonnen, die sich auf dieser überweitgedehnten Sonnenluft-Spiegeloberfläche nahe unendlichfältig jede für sich abspiegeln; gerade also, wie sich die Sonne selbst auf einem andern Planeten zahllosfältig abspiegelt, sowohl auf den festen Landes-Gegenständen, besonders aber auf der Oberfläche der Wasserfluten und zuallermeist auf der kontinuierlichen Luftoberfläche, welche da einen Planeten umgibt.
[NS.01_004,06] Ihr werdet hier fragen und sagen: Warum ist denn unser Planet, die Erde, wie auch manche andere Planeten, die wir sehen, nicht auch von dem starken Lichtglanze umgeben wie die Sonne, da doch jeder Planet sich, so gut wie die Sonne, in der Mitte aller dieser Milliarden Sonnen befindet? Wenn es denn also wäre, da müßte der Mond ja mit einem ebenso starken Licht leuchten wie die Sonne, da auch er die Strahlen von all denselben Milliarden Sonnen aufnehmen kann?
[NS.01_004,07] Damit ihr den Ungrund dieser Behauptung recht klar vollends einsehen möget, so will Ich euch wieder durch ein Beispiel zurechtführen. Nehmt einmal allerlei Glaskügelchen, von denen das kleinste nicht größer sein solle als ein größtes Sandkörnchen; dann wieder eins, so groß wie ein Hanfkorn; wieder eins, so groß wie eine Erbse; und wieder ein anderes, so groß wie eine Haselnuß; und wieder eins, so groß wie eine rechte Nuß; eins wie ein mäßiger Apfel; eins wieder wie eine doppelte Faust; eins in der Größe eines Menschenkopfes; und so aufwärts bis zur Kugelgröße, die da hätte eine Klafter im Durchmesser. – Alle diese Kugeln stellet auf einen Platz hin, der von der Sonne beschienen wird, und prüfet dann das zurückstrahlende Bild der Sonne auf jeder dieser verschieden großen Glaskugeln. – Auf dem kleinsten Kügelchen werdet ihr kaum eines Schimmerpünktchens gewahr werden; auf dem zweiten werdet ihr schon ein etwas mehr leuchtendes Pünktlein entdecken; auf dem dritten wird euch das Fünklein schon heftiger am Auge berühren. Das Bild der Sonne am vierten Kügelchen wird für euer Auge sogar schon einen merkbaren Durchmesser bekommen, und ihr werdet es eben nicht zu lange anschauen können. Von ferneren Kügelchen wird das Licht schon wieder greller werden und der Durchmesser des verkleinerten Sonnenbildes bei weitem merklicher. Wann ihr mit dieser Betrachtung zu der menschenkopfgroßen Kugel fortkommen werdet, da wird das Sonnenbild schon den Durchmesser einer großen Linse haben, und ihr werdet nicht mehr imstande sein, es mit freiem Auge anzusehen. Auf der letzten und größten Kugel aber wird das Bild der Sonne schon einen Durchmesser von einem Zoll bekommen, allda ihr es dann um so weniger werdet mit freiem Auge anzusehen imstande sein.
[NS.01_004,08] Nun sehet, wie es sich mit diesen Glaskügelchen verhält bezüglich der Aufnahme des Lichtes aus der Sonne, gerade also verhält es sich mit den verschiedenen Weltkörpern. Diejenigen Fixsterne oder entfernteren Sonnen, die ihr bloß als Schimmerpünktchen von eurer Erde aus erschauet, diese selben Pünktchen, besonders diejenigen darunter, welche ihr von eurer Erde aus als Fixsterne erster, zweiter und dritter Größe kennt, erscheinen den Jupiterbewohnern schon so groß, als bei euch da ist ein silbernes Zwanzigkreuzerstück und ein Zehnkreuzerstück und ein Fünfkreuzerstück. – Warum denn also?
[NS.01_004,09] Weil der Planet Jupiter schon eine um nahezu viertausendmal größere Glaskugel ist als eure Erde, und daher auch das Bild der fernen Sonnen notwendigerweise in einem größeren Maßstab aufnehmen muß als euer viel kleinerer Erdplanet; aus welchem Grunde der Jupiter trotz seiner bei weitem größeren Entfernung von der Sonne aber dennoch ein viel stärkeres Licht hat, als der bei weitem näher stehende Planet Mars, und so auch eure Erde selbst.
[NS.01_004,10] Nehmet ihr nun an, daß die Sonne über eine Million Mal größer ist als eure Erde, so leuchtet es ja von selbst ein, daß dadurch alle noch so ferne stehenden Sonnen dieses Sonnenalls auf der weiten Luftoberfläche dieser Sonne ein bedeutendes Lichtbild hervorrufen müssen, so zwar, daß da selbst die Sonnen ferne stehender Sonnengebiete, die auf eurer Erde selbst dem scharf bewaffneten Auge als ein Nebelfleck erscheinen, einen Durchmesser von ein, zwei bis drei Zoll erlangen und so stark leuchten, daß ihr ein solches Bild vermöge des starken Glanzes nicht eine Sekunde lang mit freiem Auge anzuschauen vermöchtet.
[NS.01_004,11] Nun denket euch erst die Abbilder näherstehender Sonnen, welche nicht selten einen Durchmesser von hundert bis tausend Quadratmeilen einnehmen; vervielfacht diese zahllosen Sonnenlichtbilder auf der weiten Sonnenluft-Kugeloberfläche, so werdet ihr dadurch zu einer solchen Lichtintensität gelangen, vor welcher euer ganzes Gemüt erschauern wird.
[NS.01_004,12] Sehet, das ist der eigentliche Grund des tagtäglich euren Planeten erleuchtenden Sonnenlichtes. Diese Erklärung aber wird euch das Frühere doch notwendigerweise erhellen, und ihr werdet leicht einsehen, wie die Bewohner des Sonnenplaneten durch die scheinbare Lichthülle der Sonne recht wohl (hin-)durchschauen können, während das Hineinschauen für jedes fleischliche Auge eine allerbarste Unmöglichkeit ist.
[NS.01_004,13] Solches wüßten wir demnach. Dessenungeachtet aber sehe Ich doch eine ganz versteckte Frage in euch, und diese lautet also: Diese aufgestellte Sonnenlichtglanz-Theorie scheint für sich ganz vollkommen richtig zu sein, daß nämlich dadurch die Sonnen in ihrer Gesamtheit sich also erleuchten. Aber wenn jede Sonne also leuchtet, so fragt es sich, woher denn eigentlich dann alle zusammengenommen das Licht hernehmen, – wenn jede ihr Licht nur durch die Aufnahme der Strahlen von andern Sonnen bekommt, welches mit andern Worten eben so viel sagen will als, daß keine Sonne für sich selbst ein Licht hat, sondern jede nur mit dem Widerscheine des Lichtes anderer Sonnen prangt. – Woher haben dann diese andern Sonnen ihr Licht? – Denn wenn die vorbenannte Lichttheorie vollkommen richtig ist, so ist jede Sonne an und für sich vollkommen finster. Woher dann das Gegenstrahlen?
[NS.01_004,14] Sehet, das ist eine ganz gute Frage. – Da aber die Beantwortung dieser Frage für euer Verständnis etwas umständlicher sein muß, so soll sie erst in der nächsten Mitteilung erfolgen. Und somit gut für heute!

5. Kapitel – Die selbstleuchtende Hauptmittelsonne. – Das Spiegellicht der Untersonnen.

[NS.01_005,01] Auf welche Art alle Sonnen zusammengenommen und wieder jede einzeln für sich so leuchtend werden, daß das Licht einer Sonne sich auf der Luftoberfläche einer andern Sonne abspiegelt, soll euch ebenfalls durch ein leicht faßliches Beispiel kundgegeben werden. Nehmet an ein Zimmer, dessen Wände da wären aus lauter hell poliertem Spiegelglas, welches schon mit der Metallmischung belegt ist und sonach einen vollkommen reinen Spiegel abgibt. Denket euch aber noch dazu den Raum dieses Zimmers inwendig als vollkommen rund, so zwar, als wäre das Zimmer eine große, hohle Kugel. Nun behängt dieses Zimmer oder vielmehr diese hohle Spiegelkugel mit allerlei großen und kleinen spiegelblank polierten Glas- oder Metallkugeln. In die genaue Mitte dieses hohlen Raumes aber bringet einen Lüster an, der da hätte ein starkes Licht. Wenn solches alles dargetan ist, dann sehet all die kleinen polierten Kugeln an, welche in diesem hohlen Raume hängen, wie sie samt und sämtlich von allen Seiten also beleuchtet sind, als wären sie selbstleuchtende Körper. – Woher rührt denn das?
[NS.01_005,02] Solches ist ja gar leicht einzusehen. – Die Wände, welche da spiegelblank sind, werfen von allen Seiten das Licht, welches vom Lüster ausgeht, nicht etwa geschwächt, sondern angesammelt und somit potenziert gegen den Lüster wieder zurück. Auf diese Weise sind alle in dem hohlen Raume aufgehängten Kugeln ja von allen Seiten vielfach erleuchtet: erstens vom wirklich selbständigen Lichte des Lüsters; sodann vom zurückgeworfenen Licht von den Spiegelwänden, welche zusammengenommen einen kontinuierlichen Hohlspiegel bilden, der seine Brennweite genau im Zentrum seines eigenen Raumes hat. Und drittens werden diese freihängenden Kugeln durch ihr gegenseitiges Widerstrahlen und durch das Widerstrahlen ihres aufgenommenen Lichtes, welches ebenfalls von den Spiegelwänden aufgenommen und wieder zurückgeworfen wird, und endlich noch durch das allgemeine Gegenstrahlen des Lichtes von den Wänden des Spiegels zu den entgegengesetzten Spiegelwänden erleuchtet.
[NS.01_005,03] Nun sehet, dieses Bild ist mehr als genügend zur Beantwortung der vorliegenden Frage; denn wie sich die Sache des Leuchtens verhält in unserer hohlen Kugel, also verhält sich die Sache auch in der großen Wirklichkeit. – Denket euch statt der großen Spiegelkugel die euch bekannte Hülsenglobe, welche da besteht in ihrer, wenn schon für eure Begriffe unendlichen Umfassung aus einer Art ätherischen Wassermasse. Und denket euch dann in der Mitte der Hülsenglobe die für eure Begriffe wirklich endlos große Zentralsonne, welche auf allen ihren endlos weiten Flächen von den immerwährend allerintensivst leuchtenden Feuerflammen umgeben ist (welche da herrühren von den Geistern, die entweder hier ihre Reinigung ausgehend beginnen, oder welche dieselbe rückkehrend vollenden), so habt ihr dann auch schon alles, was da zur vollkommenen Beantwortung der gegebenen Frage nötig ist. Das Licht dieser großen Zentralsonne dringt bis zu den vorbenannten Wänden dieser Hülsenglobe, von da wird es wieder zurückgeworfen durch freilich für eure Begriffe nahe endlos weite Räume und Sonnengebiete. Aber was euch noch so weit und groß dünkt, ist vor Meinen Augen kaum mehr, als wenn ihr ein Sandkörnchen in eure Hand nehmen würdet, um damit zu spielen.
[NS.01_005,04] Da die Fähigkeit aller Sonnen dargetan wurde, wie sie zufolge ihrer weiten Luftoberfläche gar wohl imstande sind, das diese Oberfläche berührende Lichtbild einer andern Sonne aufzunehmen und es dann wieder von sich zu geben also, wie da ein Spiegel das Licht aufnimmt und es wieder zurückgibt, – so werdet ihr nun das starke Leuchten der Sonne um so mehr begreifen, so ihr wisset, daß sich in einer solchen Hülsenglobe ein allgemeiner, für eure Begriffe endlos großer, selbstleuchtender Sonnenlüster befindet, dessen Licht hinaus bis zu den Wänden der Hülsenglobe dringt und somit auf diesem Wege schon eine jede Sonne zur Hälfte erleuchtet; wann es aber von den äußeren Wänden zurückgeworfen wird, auch sodann die entgegengesetzte Seite vollkommen gleich erhellt; und wenn dann auf diese Weise alle Sonnen einer Hülsenglobe gehörig erleuchtet sind, sie sich dann auch noch dazu zahllosfältig gegenseitig beleuchten.
[NS.01_005,05] Wenn ihr ein wenig nur geordnet zu denken vermöget, so kann euch nun unmöglich mehr undeutlich sein, woher dann eine Sonne ihr starkes Licht nimmt.
[NS.01_005,06] Da wir aber solches wissen, so wird euch das Leuchten einer jeden Sonne dadurch noch gründlicher ersichtlich, so Ich euch sage, daß dessenungeachtet dennoch auch jede Sonne für sich aus dem Bereiche der ihr innewohnenden Geister ihr Eigenlicht hat. Jedoch ist dieses Licht bei weitem nicht von der intensiven Art, wie ihr die Sonne erblickt; sondern dieses Eigenlicht ist vielmehr nur eine stets rege Befähigung der Luftoberfläche des Sonnenkörpers, damit diese das aus der Zentralsonne und aus den Wänden der Hülsenglobe ausgehende Licht und die Ausstrahlungen von andern Sonnen desto lebendiger und vollkommener in sich aufnehmen und sodann wieder von sich geben kann. Aus diesem Grunde bestehen denn auch auf jedem Sonnenkörper eine Menge sogenannter Vulkane, besonders in der Gegend ihres Äquators. Was es jedoch mit diesen Vulkanen, die sich nicht selten dem bewaffneten Auge als schwarze Flecken kundgeben, für eine Bewandtnis hat, und wie durch sie die Sonnenluftatmosphäre zur Aufnahme des Lichtes stets fähig erhalten wird, soll euch in der nächsten Mitteilung kundgetan werden.

6. Kapitel – Die ätherische Umfassungshülse der Weltkörper und Weltkörpersysteme. – Die größte Weltkörpergesamtheit, eine Hülsenglobe.

[NS.01_006,01] Nachdem wir nun kennengelernt haben, woher die Sonnen ihr Licht bekommen, und wie sie dann dasselbe wieder weiterspenden, da dürfte so mancher Grübler darauf kommen und sagen: Ich habe meines Teils gegen diese Lichthypothese der Sonne gerade nichts, sie ist annehmbar und läßt sich hören; aber es muß nur gezeigt werden, woher denn die besagte Hauptzentralsonne ihr eigentümliches Flammenlicht hat? Was ist überhaupt das Leuchten dieser angeblichen Flammen? Wodurch werden diese Flammen bewirkt? Was ist denn da der ewige Brennstoff, der von so intensiv heftig leuchtenden Flammen nimmerdar aufgezehrt werden kann?
[NS.01_006,02] Sehet, das sind so recht tüchtige Fragen. Aber es steckt eine noch tüchtigere im Hintergrunde, und diese wäre folgende, da jemand sagen könnte: Obschon die ganze Sache einen sehr wahrscheinlichen Stich hat, so bleibt es aber dessenungeachtet äußerst problematisch, ob da wirklich eine solche Hülsenglobe anzunehmen ist, und ob in ihr wirklich eine solche ungeheure Zentralsonne brennt. Wenn fürs erste solches erwiesen werden kann, so wollen wir Naturkundige und Astronomen die Sache wohl annehmen; aber solange ein solcher Beweis nicht hergestellt werden kann, können wir diese ganze Erleuchtungshypothese als nichts anderes betrachten, als einen recht wohlgelungenen und artigen Sukzeß dichterischer Phantasie.
[NS.01_006,03] Sehet, da habt ihr bei dieser Gelegenheit so nahe ganz buchstäblich die Einwendungen, welche uns auf dem natürlichen Wege begegnen können. – Damit sich aber eben solche kritische Grübler nicht erst an den Verfasser allenfalls wenden möchten, um sich bei ihm ihre verlangten Beweise zu erbitten, sondern damit sie eben dasselbe, was sie hierin zu beanstanden glauben, auch schon hier als erwiesen dargetan finden sollen, so wollen wir allem dem alsogleich auf eine sehr sinnige Weise begegnen.
[NS.01_006,04] Was die Hülsenglobe betrifft, so hat diese zahllose Entsprechungen in jedem kleinsten Geschöpfe, wie in einem Planeten, in einer Sonne und kurz in allem, was ihr nur immer ansehen wollet. Wo ist ein Ding, dessen unendlich viele Teile, aus denen es besteht, außen herum nicht von irgend einer Schale, Rinde oder Haut umgeben wären?
[NS.01_006,05] Betrachtet das Auge eines Menschen oder eines Tieres! – Es entspricht vollkommen einer Hülsenglobe, da ebenfalls in dessen Mitte die Kristallpupille sich befindet, die fürs erste besonders bei vielen Tieren ein eigenes Licht hat und das Licht von andern Gegenständen nahezu ebenso aufnimmt, wie eine Sonne, welcher Art sie auch immer sein möchte, indem sie sich innerhalb der Hülse befindet. Betrachtet dann (von innen) die Wände des Auges, wie sie alle Strahlen, die sie durch die Kristallinse von außen her aufgenommen haben, mit dem eigenen Lichte eben jener Kristallinse unterstützt, alsogleich wieder in jede denkbare Ferne hinauswerfen. Denn solches müßt ihr wissen, daß ihr nicht die Gegenstände selbst sehet, sondern nur deren entsprechende Abbilder, dadurch, daß diese von der rückwärtigen schwarzen Spiegelhaut durch die Kristallinse aufgenommen und alsogleich nach der Aufnahme wieder vollkommen erleuchtet außer euch geworfen werden. Allda erblicket ihr dann erst die Gegenstände an der Stelle, wo sich die Gegenstände an und für sich außer euch in der Natürlichkeit befinden. Denn möchtet ihr die Gegenstände selbst schauen, so könntet ihr dieselben nicht anders, als in ihrer wirklich natürlichen Größe erblicken, wo ihr dann freilich an der Stelle, da ihr jetzt eine Staubmilbe sehet, einen Elefanten, das heißt ein elefantengroßes Tier erschauen würdet, und mit dem geistigen Auge sogar ein planetengroßes Wesen.
[NS.01_006,06] Daß ihr aber alle Dinge eben durch die hülsenglobenartige Beschaffenheit des Auges nur im höchst verkleinerten Maßstab erblickt, beweist ja schon das auf das Allergenügendste, daß sich alle Gegenstände, und mögen sie noch so klein sein, unter den Gläsern eines Mikroskops ins Außerordentliche vergrößern lassen, welche Vergrößerung an und für sich nichts anderes ist, als eine progressive Annäherung des geschauten Gegenstandes oder vielmehr dessen Lichtbildes zur wirklichen Größe des Gegenstandes selbst.
[NS.01_006,07] Wenn es nicht also wäre, so würden sich auf einem solchen vergrößerten Gegenstande auch unmöglich mehrere, ja oft zahllose, vollkommen regelmäßig ausgebildete Teile desselben überraschend entdecken lassen, welche das Auge, wie es ist, nimmerdar entdecken kann. Fragt euch aber selbst, ob solche Entdeckung nicht dartut, daß das freie Auge die Gegenstände unmöglich selbst anschaut, sondern nur ihre äußerst verkleinerten Abbilder auf die vorbesagte Art? (Wie könnten sonst z.B. ganze Heere der Infusions- und anderer Tierchen in einem kaum einen Stecknadelkopf großen Wassertröpfchen entdeckt werden, wenn sie nicht da wären?)
[NS.01_006,08] Wer da nur ein wenig wahrhaft geweckteren Geistes ist, der muß ja hier nahe auf den ersten Blick zwischen dem Auge, einem Planeten, einer Sonne und sonach auch einer Hülsenglobe die Ähnlichkeit entdecken.
[NS.01_006,09] Also ist auch der ganze Mensch entsprechend ähnlich allem dem. Was ist sein Herz in naturmäßiger Hinsicht? Ist es nicht eine Zentralsonne des ganzen Leibes? Und alle die zahllosen Nerven und Fasern – Nebensonnen usw.? Die äußere Haut als die Hülse aber umspannt den ganzen lebendigen Organismus. Könnte aber ein Mensch bestehen ohne diese äußere Umfassung, welche da ist eine gute und wohltaugliche Schutzwehr für den ganzen lebensfähigen innern Organismus des Leibes eines Menschen wie auch des jeden Tieres? – Also hätten wir wieder ein entsprechendes Bild einer Hülsenglobe!
[NS.01_006,10] Betrachtet ferner das Ei eines Vogels. – Was ist es? – In weitester Bedeutung ein Abbild einer ganzen Hülsenglobe, einer Zentralsonne für sich, wie einer Nebensonne, eines Planeten, und so auch eines jeden andern für sich bestehenden ganzen Gegenstandes. – Desgleichen könnt ihr selbst einen Planeten betrachten, und wenn ihr nur ein wenig nachdenken wollt, so werdet ihr doch sogleich finden müssen, daß ohne eine äußere Umfassung am Ende der ganze Planet gar nicht als bestandsfähig zu denken ist. Denn nehmt nur ein Äußeres um das andere hinweg, so werdet ihr dadurch doch am Ende genötigt sein, den letzten Punkt eines Planeten hinwegzuschaffen, indem auch dieser selbst, so lange er da ist, zu seiner Existenz eine äußere Umfassung haben muß, durch welche noch seine Teile eingeschlossen und zusammengehalten werden.
[NS.01_006,11] Kurz und gut, überall, wo sich irgend ein Leben äußert, muß zu eben dieser Lebensäußerung ein tauglicher Organismus vorhanden sein, dessen Teile also gestellt sind, daß da in höchster Ordnung eines in das andere greift, und also auch ein organischer Teil den andern treibt, zieht und erweckt; also wie bei einer Uhr, da ein Rad in das andere Rad greift, es zieht, treibt und erweckt.
[NS.01_006,12] Würden die Räder einer Uhr wohl auch an und für sich das bewirken, was sie eben bewirken, wenn ihre Spindeln fürs erste nicht eine feste Ober- und Unterlage hätten, gleichsam eine Umfassung, innerhalb welcher sie zur Bewegung geordnet gestellt oder gesteckt werden? Wenn aber dieses alles schon da ist, was geht dann noch ab, damit sich die Räder ordentlich bewegen? – Eine Zentralsonne geht da noch ab, und diese ist in der Uhr die Feder. Also könnte die Uhr nicht bestehen, wenn fürs erste alle Räder keine Umfassung und dann keine innere Triebkraft hätten.
[NS.01_006,13] Also verhält es sich auch mit dem Organismus der unbedeutendsten Pflanze, die da fürs erste eine äußere Umfassung haben muß, innerhalb welcher erst ein tauglicher Organismus gestellt werden kann, und zwar wieder wirksam aus dem Zentrum der Pflanze, wo die belebende Kraft, wie das Licht der Zentralsonne, durch den ganzen Organismus belebend durchwirkt bis zur äußeren Umfassung, allda sich diese nach außen wirkende Kraft wieder selbst gefangennimmt und gegen das Zentrum zurückkehrt. Könnte dieses wohl bewirkt werden ohne die äußere Umfassung? Sicher nicht. Denn ohne ein Gefäß läßt sich auch nicht ein Tropfen Wasser ins Haus bringen, geschweige erst ein organisches Leben erhalten.
[NS.01_006,14] Also muß auch der Organismus eines Tieres sowie eines Menschen mit einer äußeren Hülse umfaßt sein, innerhalb welcher dann erst der Organismus geordnet und vom Zentralpunkte aus auch belebt werden kann.
[NS.01_006,15] Dasselbe ist der Fall mit einem Planeten, ohne welche Einrichtung fürs erste kein Planet denkbar wäre, noch weniger aber also beeigenschaftet, daß er fähig wäre, einem vielfach gestalteten Leben den Unterhalt zu verschaffen. – Noch mehr wäre dies der Fall bei einer Sonne, welche schon ein Zentralpunkt eines ganzen Planetarorganismus ist und daher ebenso eine mehrfache Umfassung haben muß, wie das Herz selbst im Menschenleibe, – weil ihr Organismus für die größere Wirkung viel mannigfaltiger und vollkommener sein muß, als der eines andern Planeten. – Und so hat denn auch sogar jedes Planetensystem, mit seiner Sonne in der Mitte, eine eigene ätherische Umfassung, innerhalb welcher sich das ganze Planetensystem bewegt, lebt, und sich gegenseitig zieht, treibt und erweckt.
[NS.01_006,16] Noch mehr ist dieses der Fall bei einer nächsten Zentralsonne, um welche sich schon manchmal mehrere Millionen kleinerer Sonnen mit ihren Planeten bewegen, und welche daher schon einen viel großartigeren und mannigfaltiger wirkenden Organismus darstellen, als da ist derjenige einer kleineren Sonne mit ihren Planeten. Sehet, auch alle diese Millionen Sonnen haben für sich eine ätherische Umfassung, aus welchem Grunde solche ferne abstehende Sonnengebiete auch als ziemlich scharf abgegrenzte Nebelflecke zu erschauen sind, welches wohl nicht möglich wäre, wenn ein solches Sonnengebiet gewisserart nicht mit einer ätherischen Haut umgeben wäre; was eben dem zu vergleichen ist, wie da auch im menschlichen oder tierischen Leibe ein jeder einzelne Nerv mit einem eigenen Häutchen umgeben ist, ohne welches er weder bestehen noch lebendig wirken könnte.
[NS.01_006,17] Ihr wisset, daß solche einzelne Sonnengebiete wieder einen Zentralkörper haben, um welchen sie sich bewegen und lebendig wirken durch die Kraft dieses Zentralkörpers. Also haben auch wieder im weiteren Sinne solche Sonnengebiete selbst eine weitere äußere Hülse oder abgeschlossene ätherische Haut. Einen solchen Sonnengebietleib, das heißt, wo mehrere, ja sehr viele solche Sonnengebiete um einen noch größeren Zentralkörper ein gewisses Sonnen-All ausmachen, umgibt abermals eine noch größere ätherische Haut. – Und endlich solche großen Sonnenall-Leiber drehen sich in großer Anzahl um einen gemeinsamen größten Zentralpunkt, nämlich um die wirklich selbstleuchtende Zentralsonne, und sind samt und sämtlich unter einer allgemeinen, überaus weitgedehnten Umfassung oder Haut lebendig wirkend rege. – Und das ist eben dann eine Hülsenglobe oder ein vollkommener, für sich bestehender Sonnenleib.
[NS.01_006,18] Was würde mit diesem Leibe wohl geschehen, wenn man ihm diese allernotwendigste, äußere, ätherische Wasserhaut wegnehmen würde? – Es würde mit ihm nichts anderes geschehen und somit auch am Ende mit jedem einzelnen Teil dieses großen Sonnenleibes, als was da geschehen würde fürs erste mit einem Auge, wenn man ihm die äußere Hornhaut wegnähme, oder einem Ei die Schale, oder einer Pflanze alle äußere Rinde, oder einem tierischen Leib die Haut, oder endlich einem Planeten die äußere Kruste. Dasselbe auch, wie gesagt, würde mit einem ganzen Sonnenleib der Fall sein, daß er dadurch zum Teil zerrinnen, zum Teil verdorren, zum Teil sich ins Unendliche zerstreuen und am Ende ganz erlöschen und vergehen würde. – Also hätten wir nun den Beweis geführt, daß da eine solche Hülsenglobe als ein vollkommener Sonnenleib notwendig dasein muß und somit auch eine innere Triebfeder, ein Herz oder eine allgemeine Zentralsonne haben muß. Und unsere krittelnden Naturforscher sollen nun noch einen Versuch machen, ob sie diese Theorie auch als eine Hypothese gelungen poetischer Art darzustellen vermögen.
[NS.01_006,19] Somit bleibt uns nur noch das Leuchten und flammende Brennen der Zentralsonne zu beweisen übrig. Haben wir das, so können wir uns dann ganz ruhig und wohlgemut auf den Gefilden und um die Vulkane unserer Sonne herum lagern und dort ruhig all die Herrlichkeiten und Wunder derselben beschauen.

7. Kapitel – Das Eigenlicht der Sonnen.

[NS.01_007,01] Was da der Grund des Leuchtens einer Flamme ist, ist zwar schon in der Mitteilung über ‚Die Fliege‘ kundgegeben worden. Dessenungeachtet aber mag doch hier noch zur größeren Deutlichkeit des Verständnisses dieser Erscheinung folgender Nachtrag dienen.
[NS.01_007,02] Ihr wisset, daß das Geistige, als absolut betrachtet, nicht bestehen kann ohne irgendeine äußere Umfassung oder ohne irgendein Organ, durch welches es sich erst dann zu äußern imstande ist. Was aber diese äußere Umfassung betrifft, so ist diese wieder an und für sich nichts anderes als Mein Liebewille, welcher das Geistige umgibt und durch dessen Erbarmung dasselbe auch innerlich richtet und es dadurch in irgendeine Ordnung setzt, damit es dann da sei zur Verrichtung irgendeines Teiles Meines großen Willens und somit auch zur Erreichung irgendeines Zweckes, welcher da entspricht der Absicht Meiner ewigen Ordnung. Sehet, also verhält sich diese Sache!
[NS.01_007,03] Was geschieht denn nun, wenn irgendeine Kraft, die da verborgen ist unter der Hülse Meines Liebewillens (wenn sie auch noch so geringfügig ist), durch was immer für Umstände oder Wirkungen angeregt, gerüttelt oder gestoßen wird? – Sie wird dadurch aus ihrer Ordnung, oder was ebensoviel besagen will, aus ihrem Gleichgewicht gebracht, fühlt sich dadurch beengt und beeinträchtigt, und sucht sich dann entweder ihre erträgliche frühere Lage wiederherzustellen oder, wenn sie zu sehr erregt worden ist, auch sobald ihr ganzes Organ zu zerreißen und dadurch in den absoluten Zustand überzugehen.
[NS.01_007,04] Nun denket euch, wenn der Durchmesser dieser Hauptzentralsonne schon eine so lange Linie bildet, daß, um dieselbe zu überwandern, selbst das Licht bei mehr als einer Trillion Jahre zu tun hätte, so wird das ganze Volumen eines solchen Körpers doch sicher etwas sehr Bedeutendes in Hinsicht der naturmäßigen Größe ausmachen müssen. Wenn aber dieser Körper für eure Begriffe schon so endlos kolossal ist, wird da nicht auch dieses große Volumen der Materie gegen den Mittelpunkt zu von allen möglichen Außenpunkten einen für euch unbegreiflich schweren Druck ausüben?
[NS.01_007,05] Ja, solches ganz sicher; denn denket nur einmal auf eurem nichtigen Weltkörper die Schwere eines einzelnen Berges; dann denket euch die Schwere des Weltkörpers selbst; dann denket euch erst eure ganze Sonne, die fürs erste um eine ganze Million Mal größer ist als eure Erde, und somit auch eine Million Mal größere Anziehungskraft in sich birgt, als die da ist eurer Erde zu eigen. Denn wäre solches nicht der Fall, so vermöchte sie wohl nicht noch ganze Weltkörper, die manchesmal sogar viele tausend Millionen Meilen von ihr entfernt sind, also anzuziehen, daß sie sich nicht entfernen können aus ihrem Gebiete. Wie aber da ist auf einem Körper die Anziehung, also ist auch die Schwere im Verhältnis mit solch einer potenzierten Anziehungskraft solch eines großen Weltkörpers.
[NS.01_007,06] Nehmet ihr aber nun an, daß alle Sonnen, Zentralsonnen, Planeten und Kometen zusammengenommen kaum den millionsten Teil einer solchen Hauptzentralsonne ausmachen möchten, wie groß und wie mächtig muß da auch ihre Anziehungskraft sein, und wie mächtig stark der Druck gegen ihr Zentrum?!
[NS.01_007,07] Woraus besteht denn die Materie? Ihr wißt, daß die Materie nichts ist als eine Gefangenschaft des Geistigen oder der Geister. Wenn aber schon auf dem Erdkörper durch das Zusammenschlagen zweier Steine oft mehrere hart gefangene geistige Potenzen zum Ausbruch kommen und, wo irgend im Innern der Erde der Druck von außen her zu mächtig wird, dann auch alsobald oder wenigstens nach nicht gar langer Zeit sich so heftige Explosionen erheben, daß durch deren feuriges Wirken oft ganze, große Berge und weitausgedehnte Ländereien zerrüttet und zerstört werden; und wenn ihr auf den Grund zurückgehen wollet, so werdet ihr kaum mehr als einen einige Kubikklafter großen Raum finden, in welchem die in der Materie eingeschlossenen geistigen Potenzen zu sehr gedrückt, – ihre Schranken zerrissen haben und sich einen Ausweg gesucht und dann auf diesem Wege eine Menge solcher Geister mit zum Ausbruche genötigt haben. – Wenn alsdann solches mit der Erde und auf und in der Erde der Fall ist (was hier gleich schon früher zur vergleichenden Erklärung bedingend angezeigt wurde), so übertraget nun dieses Miniaturverhältnis eures Planeten auf die Zentralsonne. Allda erst werdet ihr erschauen, welche Bedrückungen deren gefangene Geister beständig zu ertragen haben, und das zwar aus dem erbarmenden Grunde, daß sie als mächtige Gefangene auch wieder durch den mächtigen Druck fortwährend wieder zum Leben erweckt werden.
[NS.01_007,08] Aus diesem Grunde ist dann auch diese Zentralsonne überfüllt von den größten sogenannten Vulkanen oder Feuerspeiern, von denen der kleinste einen solchen Durchmesser hat, daß in seinem Krater mehr denn dreißigtausend Millionen eurer Sonnen Platz hätten; – der größeren und des größten Kraters dieser Zentralsonne gar nicht zu gedenken!
[NS.01_007,09] Nun, ihr wißt, daß das Leuchten durch die Zuckungen oder Vibrationen der geistigen Kraft innerhalb der Hülse, in welcher sie eingeschlossen ist, bewirkt wird. Je heftiger irgendein solcher, innerhalb der bekannten Hülse gefangener Geist angeregt wird durch einen äußeren Druck, Stoß oder Schlag, in desto heftigere Vibrationen geht er auch über, und desto greller und intensiver wird auch die Erscheinlichkeit dieser Vibrationen, welche da ist das Leuchten einer Flamme oder eines Funkens. Wo aber können solche geistige Potenzen heftiger gedrückt, gestoßen und geschlagen werden, als auf dieser Zentralsonne?
[NS.01_007,10] Solchem Verhältnis zufolge leuchtet dort ein Funke so intensiv stark, daß denselben kein menschliches Auge nur einen Augenblick lang ertragen könnte. Ja, Ich sage euch: Wenn da ein Funke in der Größe eines Heidekorns sich bei euch auf der Erde tausend Meilen hoch in der Luft mit derselben Lichtheftigkeit entwickeln würde, wie er sich entwickelt auf eben dieser Hauptzentralsonne, so würde durch die Heftigkeit seiner Ausstrahlung die ganze Erde in einem Augenblick wie ein Wassertropfen auf dem glühendsten Eisen verflüchtigt sein.
[NS.01_007,11] Nun denket euch die ganze ungeheure Hauptzentralsonne mit solchen allerintensivsten Lichtflammen überzogen und urteilet darnach, wie weit wohl ihre Strahlen, als der Ausflug freigewordener Geister, reichen möchten! Da werdet ihr wohl so ziemlich ins klare kommen, wie gestaltet eine solche Sonne gar wohl ein allgemeiner Lüster in dem großen Sonnenwelten-Gemache einer Hülsenglobe sein kann. – Wenn ihr nun solches begriffen habt, so werdet ihr auch gar leicht begreifen, auf welche Weise dann auch jede kleine Planetarsonne, wie auch jeder Planet, für sich ein eigenes Licht entwickeln kann, allda sich dann die Intensität dessen eigentümlichen Lichtes allzeit nach der Größe seines Volumens und somit auch seiner Schwerkraft richtet.
[NS.01_007,12] Auf einem Erdkörper zum Beispiel könnt ihr gar leicht die Flamme einer Kerze betrachten. Warum denn? – Weil durch ihr Verbrennen die in ihrem Dochte und ihrer fetten Materie gebundenen Geister nur auf eine geringere Weise angeregt werden und durch einen geringen Grad der Vibrationen ihre sie umgebenden Hülsen gar leicht zerstören und sodann in ein freieres Walten übergehen. – In eine Schmiede-Esse könnt ihr nicht mehr so leicht schauen, weil die in der Kohle noch zurückgebliebenen Geister schon einer heftigeren Anregung bedürfen, um sich durch heftigere Vibrationen aus ihren Kerkern loszumachen. – Noch schwerer werdet ihr das Licht derjenigen Flammen ertragen, welche da einem feuerspeienden Berge entlodern und entsprühen, weil sie einer viel mächtigeren Anregung, welche die Geister in dem Innern der Erde überkommen, ihre Entstehung verdanken.
[NS.01_007,13] Übertraget solches auf die Sonne, wo jedes Verhältnis ums Millionenfache gesteigert wird, so werdet ihr gar bald und gar leicht finden, in welchem Grade auch jede Sonne ein eigenes Licht durch ihre Vulkane zu entwickeln imstande ist. Dieses eigene Licht einer Sonne aber wäre dennoch viel zu gering, um fernstehende Planeten vollkommen zu erleuchten und zu erwärmen. Dessenungeachtet aber dient dieses eigene Licht der Sonne doch ganz vorzüglich dazu, daß dadurch die Oberfläche der Sonnenluft im stets allergereinigtesten und, wie ihr zu sagen pflegt, spiegelblanksten Zustande erhalten wird, um dadurch stets vollkommen fähig zu sein, das Licht der Hauptzentralsonne und somit auch das aller, durch eben diese Sonne erleuchteten Sonnen aufzunehmen.
[NS.01_007,14] Somit hätten wir auch diese Hauptschwierigkeit besiegt und die im vorhinein aufgestellten Fragen beantwortet. Und somit können wir uns denn auch, wie schon vorhin bemerkt, ganz ruhig auf unserer Sonne herumzubewegen und ihre Wunderherrlichkeiten anzustaunen anfangen.
[NS.01_007,15] Machet euch aber ja gefaßt, – denn wahrlich, ihr werdet da durchaus an keine sogenannten Kinderspielereien kommen. Denn alles, was sich euch auf diesem vollkommenen Planeten zur Beschauung darstellt, wird ausgezeichnet sein an Größe, Erhabenheit und tiefem Ernste! – Jedoch nicht mehr heute, sondern nächstens weiter davon!

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Die natürliche Sonne, 4. - 7. Kapitel

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