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Die geistige Sonne, 1. Kapitel

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DIE GEISTIGE SONNE
Band 1 (GS)
Mitteilungen über die geistigen Lebensverhältnisse des Jenseits.
Durch das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber.
Nach der 5. Auflage.
Lorber-Verlag – Hindenburgstraße 5 – D-74321 Bietigheim-Bissingen.
Alle Rechte vorbehalten
Copyright © 2000 by Lorber-Verlag, D-74321 Bietigheim-Bissingen.

Ich bin das Licht der Welt; wer Mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.
Johannes 8,12.

1. Kapitel – Die geistige Sonne – ein Gnadenfunke aus dem Herrn.

[GS.01_001,01] Bevor wir uns in die eigentliche geistige Sonne begeben können, müssen wir zuvor wissen, wo diese ist, wie sie mit der naturmäßigen Sonne zusammenhängt und wie sie beschaffen ist.
[GS.01_001,02] Um von der ganzen Sache sich einen möglichst vollkommenen Begriff machen zu können, muß zuerst bemerkt werden, daß das Geistige alles dasjenige ist, welches das Allerinnerste und zugleich wieder das Allerdurchdringendste, demnach das Alleinwirkende und Bedingende ist.
[GS.01_001,03] Nehmet z.B. irgendeine Frucht; was ist wohl deren Innerstes? Nichts als die geistige Kraft im Keime. Was ist denn die Frucht selbst, die mit all ihren Bestandteilen für die Deckung und Erhaltung des innersten Keimes da ist? Sie ist im Grunde wieder nichts anderes als das von der Kraft des Keimes durchdrungene äußere Organ, welches sich in allen seinen Teilen notwendig wohltätig wirkend zum vorhandenen Keime verhält.
[GS.01_001,04] Daß die äußere Frucht ein von der geistigen Kraft des Keimes bedingtes Organ ist, geht ja auch schon aus dem hervor, daß nicht nur die Frucht, sondern der ganze Baum oder die ganze Pflanze aus dem geistigen Keime hervorgeht.
[GS.01_001,05] Was ist demnach das Geistige? Das Geistige ist fürs erste die innerste Kraft im Keime, durch die der ganze Baum samt Wurzeln, Stamm, Ästen, Zweigen, Blättern, Blüten und Früchten bedingt ist. Und wieder ist es das Geistige, das all diese genannten Teile des Baumes wie für sich selbst oder für die eigene Wohltat durchdringt.
[GS.01_001,06] Das Geistige ist sonach das Inwendigste, das Durchdringende und somit auch das Allumfassende. Denn was da ist das Durchdringende, das ist auch das Umfassende.
[GS.01_001,07] Daß solches richtig ist, könnt ihr an so manchen Erscheinungen in der Natur beobachten. Nehmet fürs erste eine Glocke. Wo ist wohl der Sitz des Tones in ihr? Werdet ihr sagen: mehr am äußeren Rande oder mehr in der Mitte des Metalles oder mehr am inneren Rande? Es ist alles falsch. Der Ton ist das inwendigste in den materiellen Hülschen verschlossene geistige Fluidum.
[GS.01_001,08] Wenn nun die Glocke angeschlagen wird, so wird der Schlag von dem inwendigsten Fluidum, welches als ein geistiges Substrat höchst elastisch und dehnbar ist, als ein seine Ruhe störendes Etwas wahrgenommen. Dadurch wird das ganze geistige Fluidum in ein freiwerdenwollendes Bestreben versetzt, was sich dann in anhaltenden Schwingungen zu erkennen gibt. Wird die äußere Materie mit einer andern Materie bedeckt, welche von nicht so leicht erregbaren geistigen Potenzen durchdrungen ist, so wird diese Vibration der erregbaren geistigen Potenzen, vielmehr ihr freiwerdenwollendes Bestreben, bald gedämpft. Eine solche Glocke wird bald ausgetönt haben. Ist aber die Glocke frei, so dauert die tönende Schwingung noch lange fort. Umgibt sie noch dazu von außen ein sehr erregbarer Körper, etwa eine reine, mit Elektrizität gefüllte Luft, so wird dadurch das Tönen noch potenzierter und breitet sich weit in einem solchen miterregbaren Körper aus.
[GS.01_001,09] Wenn ihr nun dieses Bild ein wenig betrachtet, so wird euch daraus notwendig klar werden müssen, daß hier wieder ein Geistiges das Inwendigste, das Durchdringende und das Umfassende ist. Wir wollen aber noch ein Beispiel nehmen.
[GS.01_001,10] Nehmet ein magnetisiertes Stahleisen. Wo ist in dem Eisen die anziehende oder abstoßende Kraft? – Sie ist im Inwendigsten, d.h. in den Hülschen, welche eigentlich die beschauliche Materie des Eisens darstellen. Als solche inwendigste Kraft durchdringt sie die ganze Materie, die für sie kein Hindernis ist, und umfaßt dieselbe allenthalben. Daß dieses magnetische Fluidum die Materie, der es innewohnt, auch äußerlich umfaßt, kann ein jeder leicht aus dem Umstande erkennen, wenn er sieht, wie ein solches magnetisches Eisen ein ferne gelegenes Stückchen ähnlichen Metalles anzieht. – Wäre es nicht ein umfassendes und somit auch ein über die Sphäre der Materie wirkendes Wesen, wie könnte es einen ferne liegenden Gegenstand ergreifen und denselben an sich ziehen?
[GS.01_001,11] Wir wollen zum Überfluß noch ein paar kurze Beispiele anführen. Betrachtet einen elektrischen Konduktor oder eine elektrische Flasche. Wenn ein solcher Konduktor oder eine solche Flasche mit elektrischem Feuer von einer geriebenen Glastafel aus angefüllt wird, so durchdringt dieses Feuer die ganze Materie und ist sodann zugleich ihr Inwendigstes und ihr Durchdringendes. Wenn ihr euch aber einer solchen Flasche oder einem Konduktor nur ein wenig zu nahen anfanget, so werdet ihr alsbald durch ein leises Wehen und Ziehen gewahr, daß dieses Fluidum die ganze Materie der Flasche und des Konduktors umfaßt.
[GS.01_001,12] Und noch ein sprechenderes Beispiel gibt sich euch in matten Umrissen wohl bei jedem Menschen wie auch bei anderen Wesenheiten kund; am augenscheinlichsten aber wird es bei den Somnambulen. Wie weit nämlich ein Magnetiseur und eine von ihm behandelte Somnambule sich gegenseitig rapportieren können, werden schon so manche von euch die lebendigsten Erfahrungen gemacht haben. Wäre nun der Geist ein bloß inwendigstes und nicht zugleich auch ein durchdringendes Wesen, so wäre fürs erste schon keine sogenannte Magnetisierung möglich; und wäre der Geist nicht auch zugleich das Umfassende und das alles Ergreifende, saget, wie wäre da wohl ein ferner Rapport zwischen einem Magnetiseur und einer Somnambule möglich? – Ich meine, wir haben der Beispiele genug, um aus denselben zu entnehmen, wo, wie und wiegestaltet das Geistige sich überall, somit auch sicher in, durch und bei der Sonne ausspricht.
[GS.01_001,13] Die geistige Sonne ist somit das Inwendigste der Sonne und ist ein Gnadenfunke aus Mir. – Dann durchdringt das Geistige mächtig wirkend die ganze Materie der Sonne, und endlich ist es auch das die ganze Wesenheit der Sonne Umfassende. Solches demnach zusammengenommen ist die geistige Sonne. Diese Sonne ist die eigentliche Sonne, denn die sichtbare materielle Sonne ist nichts als nur ein von der geistigen Sonne bedingtes, ihr selbst wohltätiges Organ, welches in all seinen Teilen so beschaffen ist, daß sich in und durch dieselben das Geistige äußern und sich eben dadurch selbst wieder in seiner Gesamtheit völlig ergreifen kann.
[GS.01_001,14] Wer demnach die geistige Sonne schauen will, der sehe zuvor ihre äußere Erscheinlichkeit an und bedenke dabei, daß alles dieses von der geistigen Sonne in allem einzelnen wie im gesamten durchdrungen und umfaßt ist, so wird er dadurch schon zu einer schwachen Vorstellung der geistigen Sonne gelangen.
[GS.01_001,15] Denke er sich aber noch hinzu, daß alles Geistige ein vollkommen Konkretes ist oder ein sich allenthalben völlig Ergreifendes, während das Naturmäßige nur ein Teilweises, Getrenntes, sich selbst gar nicht Ergreifendes ist. Wenn es als zusammenhängend erscheint, so ist es das nur durch das innewohnende Geistige. Dadurch wird die Anschauung einer geistigen Sonne schon heller werden, und es wird sich der Unterschied zwischen der naturmäßigen und der geistigen Sonne immer deutlicher aussprechen.
[GS.01_001,16] Damit ihr jedoch solches stets klarer einsehen möget, so will Ich euch wieder durch einige Beispiele zu einer klaren Anschauung verhelfen. – Nehmet allenfalls eine kleine Stange edlen Metalles. Wenn ihr sie im rohen Zustande betrachtet, so ist sie dunkel und rauh. So ihr aber dieselbe Stange schleifet und sie dann fein polieret, wie sehr wird sie sich jetzt in einem ganz anderen Lichte denn zuvor zeigen und ist doch noch immer dieselbe Stange. Was ist wohl der eigentliche Grund der Verschönerung dieser Stange? Ich sage euch, ein ganz einfacher. Durch das Schleifen und Polieren sind die Teile an der Oberfläche der Stange näher aneinandergerückt und gewisserart miteinander verbunden worden. Dadurch wurden sie ebenfalls mehr konkret und sich gegenseitig mehr ergreifend und auch gewisserart, wenn ihr es so nehmen wollet, wie völlig gleich gesinnt. Im ehemaligen rohen Zustande, der da noch ein getrennter war, standen sie sich wie feindselig gegenüber. Ein jedes also getrennte Teilchen wucherte für sich selbst mit den nährenden Strahlen des Lichtes, verzehrte dieselben nach seiner möglichen Begierde und ließ dem Nachbar nichts übrig. Im polierten Zustand, der ein geläuterter oder gereinigter genannt werden kann, haben sich diese Teile ergriffen. Durch dieses Ergreifen werden die auffallenden Strahlen des Lichtes zu einem Gemeingut, indem nun kein einzelnes Teilchen dieselben mehr für sich behalten will, sondern schon den kleinsten Teil allen seinen Nachbarn mitteilt. Was geschieht dadurch? – Alle haben des Lichtes in übergroßer Menge, so daß sie den Reichtum bei weitem nicht aufzuzehren imstande sind; und der Überfluß dieses nun allgemeinen Strahlenreichtums strahlt dann als ein herrlicher harmonischer Glanz von der ganzen Oberfläche der polierten Goldstange zurück.
[GS.01_001,17] Verspürt ihr schon etwas, woher diese Herrlichkeit rührt? Von der Einigkeit oder von der Einswerdung. Wenn demnach das Geistige ein Vollkommenes, in sich Einiges ist, um wie viel größer muß da die Herrlichkeit des Geistigen sein, als die seines Organes, welches nur ein Teil – oder Stückweises ist, und eben dadurch auch ein Selbstsüchtiges, Eigennütziges und somit Totes!
[GS.01_001,18] Betrachten wir ein anderes Beispiel. Ihr werdet sicher schon den rohen Kiesstein gesehen haben, woraus das Glas verfertigt wird. Läßt solcher rohe Kies die Strahlen so wie sein Kind, das Glas, ungehindert durchpassieren? O nein; solches wißt ihr recht gut. Warum aber läßt ein solch roher Kiesstein die Strahlen nicht durchpassieren? Weil er in seinen Teilen noch zu getrennt ist und viel zu wenig einig in sich. Wenn die Strahlen auf ihn fallen, verzehrt jedes seiner Teilchen die Strahlen für sich und läßt entweder garnichts oder nur höchstens gewisserart den Unrat der aufgenommenen Strahlen seinem allfälligen Nachbar übrig. Wie ist es demnach aber, daß sein Kind, das Glas, also freigebig wird? Sehet, der Kiesstein wird fürs erste klein zerstoßen und zermalmt. Dadurch hat gewisserart ein jedes Teilchen dem andern absterben müssen oder es hat müssen von ihm völlig getrennt werden. Darauf wird solcher Kiesstaub gewaschen. Ist er gewaschen, dann wird er getrocknet, mit Salz vermengt, kommt in den Schmelztiegel, wo die einzelnen getrennten Stäubchen durch das Salz und den gerechten Grad der Feuerhitze gegenseitig völlig vereinigt werden.
[GS.01_001,19] Was will diese Arbeit mit anderen Worten sagen? – Die selbstsüchtigen Geister werden durch die Materie gewisserart zermalmt, so daß sie voneinander völlig getrennt sind. In dieser Trennung werden sie dann gewaschen oder gereinigt. Sind sie gereinigt, kommen sie erst ins Trockene, welcher Zustand da entspricht der Sicherheit. In solchem Zustande werden sie erst mit dem Salze der Weisheit gesalzen und endlich also vorbereitet im Feuer Meiner Liebe vereinigt. Verstehet ihr dieses Beispiel? – Ihr versteht es noch nicht ganz; aber sehet, Ich will es euch noch näher beleuchten.
[GS.01_001,20] Die äußere materielle Welt in allen ihren Teilen ist (entsprechend) der rohe Kies; die Trennung desselben ist das Ausformen in die verschiedenen Wesen. Das Waschen dieses Staubes ist das Reinigen oder stufenweise Aufsteigen zu höheren Potenzen der Geister in der Materie. Das Trocknen besagt das freie Darstellen oder das Sichern der Geister in einer Einheit, die sich schon im Menschen ausspricht. Das Salzen ist die Erteilung des Gnadenlichtes an den Geist im Menschen. Das endliche Zusammenschmelzen durch die Hitze des Feuers im Tiegel ist die Einung der Geister sowohl unter sich als auch mit dem Feuer Meiner Liebe. Denn wie sich die Materie in dem Schmelztiegel nicht eher ergreifen kann, bis ihr nicht derselbe Grad der Hitze innewohnt, den das Feuer selbst besitzt, so können auch die Geister untereinander nicht eher einig und somit für ewig verträglich werden, als bis sie von Meiner Liebe gleich Mir Selbst völlig durchdrungen werden. Also heißt es ja auch im Worte: „Seid vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist!“ (Matth.5,48.) Und wieder heißt es: „Auf daß sie eins werden, wie Ich und Du eins sind.“ (Johs.17.) Sehet, aus diesem wird das Beispiel doch sicher klarwerden.
[GS.01_001,21] Wodurch aber spricht sich hernach bei dem Glase das Einswerden aus? – Dadurch, daß alle Teile nun auf eine und dieselbe Weise den Strahl aus der Sonne aufnehmen, durch und durch völlig erleuchtet, also überaus lichtgesättigt werden. Dennoch können sie das aufgenommene Licht ganz ungehindert durch sich gehen lassen. Sehet, also lehren euch schon eure Fensterscheiben, wie die himmlischen Verhältnisse geartet sind, und zugleich lehren sie euch auch wieder um eine bedeutende Stufe näher die geistige Sonne beschauen. – Wir wollen uns aber mit diesem Beispiel noch nicht begnügen, sondern wollen bei einer nächsten Gelegenheit noch einige anführen und durch sie dann ganz auf die leichteste Weise uns völlig auf die geistige Sonne selbst schwingen und allda beschauen die unaussprechlichen Herrlichkeiten!

 

Die geistige Sonne, 1. Kapitel

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