Peter Eppich

 
Jakob Lorber
   Im Breyel 21  
   79292 Pfaffenweiler  
 

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Haushaltung Gottes, Band 1, 4. - 7. Kapitel

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4. Kapitel

[HGt.01_004,00] So sprach der Herr zu mir und in mir für jedermann, und das ist wahr, gewiß und getreu:
[HGt.01_004,01] Meine Gnade ist ein reicher Schatz; wem sie zuteil wird, der wird keinen Mangel haben an allem jemals, zeitlich und ewig. Daher soll sich jeder bemühen, sich diese ja sogleich zu eigen zu machen; denn Ich gebe sie jedem, der sie nur immer haben will.
[HGt.01_004,02] Denn siehe, wollet ihr Vergebung eurer Sünden, so werden sie euch vergeben, so ihr wahre Buße wirket durch Jesum, welcher ist Mein lebendiges Wort und die Liebe in Mir, und die Pforten des Himmels stehen euch offen, und so ihr hinein wollet, könnet ihr hinein und da schauen das Angesicht eures heiligen Vaters, der Ich es bin, der ewige Gott Jehova.
[HGt.01_004,03] Das könnet ihr tun vermöge des lebendigen Wortes, welches ist Jesus Christus oder die ewige Liebe und Weisheit in Mir, woraus alles Gute und Wahre fließt. Die Liebe ist euch gegeben von Anbeginn; denn sie ist das eigenste Leben in euch, so wie die Macht in Meinen Geschöpfen, die zwar auch aus Meiner Liebe hervorgeht, aber doch nicht die Liebe selbst ist, da in ihr keine Freiheit ist, sondern nur die Wirkung der Liebe, welche aber an und für sich ist ohne Leben, – daher auch alles, was hervorgeht aus der Macht, an und für sich ist tote Materie, deren Leben nur scheinbar ist, – in der Wirklichkeit aber ist es der Tod.
[HGt.01_004,04] Daher, so jemand seine Liebe an die materielle Welt heftet, so wird seine Liebe an sich durch die Macht des Todes erdrückt, und die Folge ist dann das Los der Materie oder der Tod.
[HGt.01_004,05] Wer aber seine Liebe zu Mir richtet und an Mich heftet, der verbindet seine Liebe wieder mit der Liebe oder mit dem Leben alles Lebens; der wird dann lebendig durch und durch.
[HGt.01_004,06] Nun aber siehe: Die Liebe an und für sich ist blind und finster und eben dadurch frei und unabhängig, – aber auch eben dadurch in großer Gefahr, sich zu verlieren und zugrunde zu gehen.
[HGt.01_004,07] Darum gebe Ich aller Liebe zu Mir nach dem Grade ihrer Größe auch alsogleich den gerechten Anteil des Lichtes hinzu, und das ist ein Geschenk und heißt die Gnade; mit dieser fließe Ich bei jedem Menschen ein nach dem Grade seiner Liebe.
[HGt.01_004,08] Daher, so jemand die Liebe hat, da er Mein Gesetz in sich lebendig macht, welches die höchste Liebe ist, über den werden Ströme des Lichtes ausgegossen werden, und sein Auge wird durchdringen die Erde und wird schauen die Tiefen der Himmel.
[HGt.01_004,09] Sage es den Kindern, und sage es allen, sie mögen sein, welcher Religion sie wollen – ob Römische, ob Protestanten, ob Juden, ob Türken, ob Brahmi, ob finstere Heiden –, kurz für alle soll es gesagt sein: Auf der Erde gibt es nur eine wahre Kirche, und diese ist die Liebe zu Mir in Meinem Sohne, welche aber ist der heilige Geist in euch und gibt sich euch kund durch Mein lebendiges Wort, und dieses Wort ist der Sohn, und der Sohn ist Meine Liebe und ist in Mir und Ich durchdringe Ihn ganz, und Wir sind eins, und so bin Ich in euch, und eure Seele, deren Herz Meine Wohnstätte ist, ist die alleinige wahre Kirche auf der Erde. In ihr allein ist ewiges Leben, und sie ist die alleinseligmachende.
[HGt.01_004,10] Denn siehe, Ich bin der Herr über alles, was da ist! Ich bin Gott, der ewige und mächtige, und als solcher bin Ich auch euer Vater, der heilige und liebevollste. Und dieses alles bin Ich im Worte; das Wort aber ist im Sohne, und der Sohn ist in der Liebe, und die Liebe ist im Gesetze, und das Gesetz ist euch gegeben. So ihr es beachtet und danach tut, so habt ihr es in euch aufgenommen; dann wird es in euch lebendig und erhebt euch selbst und macht euch frei, und ihr seid dann nicht mehr unter dem Gesetze, sondern über demselben in der Gnade und im Lichte, welches alles Meine Weisheit ist.
[HGt.01_004,11] Und das ist die Seligkeit oder das Reich Gottes in euch oder die alleinseligmachende Kirche auf der Erde, und in keiner andern ist das ewige Leben als nur einzig in dieser.
[HGt.01_004,12] Oder meinet ihr denn, Ich wohne in den Mauern, oder in der Zeremonie, oder im Gebete, oder in der Verehrung? O nein, ihr irret euch sehr, denn da bin Ich nirgends, – sondern nur, wo die Liebe ist, da bin Ich auch; denn Ich bin die Liebe oder das Leben Selbst. Ich gebe euch Liebe und Leben und verbinde Mich nur mit Liebe und Leben, aber niemals mit der Materie oder mit dem Tode.
[HGt.01_004,13] Denn darum habe Ich den Tod überwunden und die Gottheit Mir untertan gemacht, damit Ich alle Gewalt habe über alles, was da ist, und Meine Liebe herrsche ewiglich und mache lebendig alles, was ihr untertan ist.
[HGt.01_004,14] Und wie meinet ihr denn, daß Ich eurer im Tode harre, während Ich doch das Leben Selbst bin?! Daher gehet zuvor in die wahre Kirche, da Leben innen ist, – dann erst in die tote, damit sie lebendig wird durch euch! 

5. Kapitel

[HGt.01_005,01] Wer Ohren hat zu hören, der höre, und wer Augen hat zu sehen, der sehe; denn siehe, Ich will euch ein gar großes Geheimnis enthüllen, damit ihr sehen möget, wie sich euer liebevollster, heiliger Vater euch von Angesicht zu Angesicht zu schauen und zu genießen brüderlich gibt. Denn die Kinder müssen eingeweiht sein in die große Haushaltung ihres Vaters von Ewigkeit her!
[HGt.01_005,02] Die Gottheit war von Ewigkeit her die alle Unendlichkeit der Unendlichkeit durchdringende Kraft und war und ist und wird sein ewig die Unendlichkeit Selbst. In der Mitte Ihrer Tiefe war Ich von Ewigkeit die Liebe und das Leben Selbst in Ihr; aber siehe, Ich war blind wie ein Embryo im Mutterleibe! Die Gottheit aber gefiel Sich in der Liebe und drängte Sich ganz zu Ihrer Liebe. Und der Liebe ward es immer heißer und heißer in Ihrer Mitte, und es drängten sich Massen und Massen der Gottheit dahin, und alle Mächte und Kräfte stürmten auf Dieselbe los.
[HGt.01_005,03] Und siehe, da entstand ein großes Rauschen, Brausen und Toben, und siehe, die Liebe ward geängstigt und gedrückt von allen Seiten, so daß die Liebe bis ins Innerste erbebte! Und die Liebe gewahrte es, und das Rauschen ward zum Tone, der Ton aber ward in der Liebe zum Worte, und das Wort sprach: „Es werde Licht!“ Und da loderte im Herzen die Flamme der entzündeten Liebe auf, und es ward Licht in allen Räumen der Unendlichkeit!
[HGt.01_005,04] Und Gott sah in Sich die große Herrlichkeit Seiner Liebe, und die Liebe ward gestärkt mit der Kraft der Gottheit, und so verband Sich die Gottheit mit der Liebe ewiglich, und das Licht ging aus der Wärme hervor.
[HGt.01_005,05] Und siehe, da sah die Liebe alle Herrlichkeiten, deren Zahl kein Ende ist, in der Gottheit, und die Gottheit sah, wie dieses alles aus der Liebe in Sie überging, und die Liebe sah in der Gottheit Ihre Gedanken und fand großes Wohlgefallen an denselben. Da entzündete Sich die Liebe von neuem, und die Kräfte der Gottheit rauschten um Sie, und siehe: Die Gedanken der Liebe waren selbst Liebe und waren ohne Zahl.
[HGt.01_005,06] Da sah die Gottheit Ihre Herrlichkeit, und die Liebe empfand Ihre Macht. Und da sprach die Liebe in der Gottheit: „Lasset Uns die Gedanken der Herrlichkeit festhalten und heraustreten, daß sie frei werden und Uns empfinden und sehen, wie Wir sie empfinden und sehen und Wir sie empfanden und sahen, ehe noch das Licht ihre Formen erleuchtete!“
[HGt.01_005,07] Da ging das Wort in die Gottheit über, und Sie ward überall Liebe. Und siehe, da sprach die Gottheit zum ersten Male: „Es werde!“ Und es ward ein Heer der Geister aus Gott frei, deren Zahl kein Ende hat, und die Liebe sah Sich Selbst verunendlichfältigt und sah Ihre unendliche Schönheit vollkommen.
[HGt.01_005,08] Aber alle die Wesen waren noch nicht lebendig und empfanden noch nicht und sahen noch nicht; denn sie waren noch außer der Liebe in der Gottheit fixierte Formen.
[HGt.01_005,09] Und es dauerte die Liebe, und Sie regte Sich, und das Regen stieg in der Gottheit empor, und die Gottheit gab Ihre Gefangenen der Liebe, und Liebe durchdrang alles. Und siehe, da wurden die Formen lebendig und staunten sich an und wärmten sich an den Flammenströmen der göttlichen Liebe und bekamen dadurch selbständige Bewegung und Regsamkeit! Aber sie erkannten sich noch nicht.
[HGt.01_005,10] Da sprach die Liebe abermals: „Lasset Uns machen, daß sie sich erkennen, damit sie dann Mich und durch Mich auch Dich erkennen mögen!“
[HGt.01_005,11] Da stieg wieder das Wort in der Gottheit empor, und in der Gottheit ertönte das Wort, und das Wort ward zum Gesetze, und das Gesetz war die Liebe und strömte in alle über.
[HGt.01_005,12] Und siehe, da wurden gebildet drei, und aus ihnen gingen hervor sieben! Und die drei waren gleich der Liebe, dem Lichte und der Gottheit; und die sieben waren gleich den sieben Geistern Gottes, und sie heißen und werden ewig heißen: 1. Liebet die Liebe. 2. Fürchtet die Gottheit, welche tötet, – damit ihr nicht getötet werdet. 3. Die Liebe in euch ist heilig; darum achtet euch untereinander, wie euch die Liebe in der Gottheit achtet und Freude hat an euch. 4. Jeder ist sein Eigentum und das Eigentum der Liebe Gottes; daher werde keiner dem andern zum Raube. 5. Keiner verdecke je sein Antlitz vor dem andern, damit der andere nicht wisse, wie die Liebe ist, – damit ihr seid wie die Liebe, die euch werden hieß. 6. Euer Inneres sei auch euer Äußeres, damit keine falsche Regung in euch entstehe und ihr zugrunde gehet. 7. Euer Äußeres sei der getreue Widerschein eures inneren Spiegels, in welchem Sich die Liebe der Gottheit beschaut; sonst wird der innere Spiegel zerbrochen werden und eure Gestalt wird schrecklich werden.
[HGt.01_005,13] Da donnerte die Gottheit in den unendlichen Räumen den Übertretern ein fürchterliches Strafgericht, und so ward die Anbetung der Gottheit in der allerhöchsten Furcht ihnen geboten, und es ward ihnen geboten die Liebe der Liebe. Und sie wurden hinausgestellt in der höchsten Freiheit und konnten tun, was sie wollten, und nichts soll sie hindern in ihrer Freiheit und bis zur Zeit, da sie sich werden erkannt haben in ihrer Freiheit und ihrer Demut, damit das Gesetz ihr eigenes werde und sie dann vollkommen frei würden.
[HGt.01_005,14] Allein nun erkannten sie sich in ihrer großen Macht und alles überstrahlenden Herrlichkeit und Majestät, und der Oberste der drei, gleich dem Lichte der Gottheit, entzündete sich in seiner Begierde, um sich der Gottheit vollends zu bemächtigen. Durch ihn entzündete sich ein großer Teil der Geister, die durch ihn wurden; und durch sie erbrannte auch die Gottheit in Ihrem Grimme gleich den zwei niederen Geistern der drei und schleuderte die böse Rotte in die Tiefe der Tiefe ihres Zornes.
[HGt.01_005,15] Und die zwei und die aus ihnen hervorgingen und die sieben, deren Zahl gerecht war, wurden gefunden in der Treue ihrer Demut und wurden aufgenommen in die Kreise der Macht Gottes; und die Liebe sah, daß sie rein waren befunden, und freute Sich in ihrer Vollendung. Und siehe, die Kraft der Gottheit in der Liebe stieg empor, und die Gottheit bewegte Sich, und die Geschaffenen nahmen wahr die Bewegung der Gottheit, und die Gottheit bewegte Sich zu Ihrer Liebe, und den Geschaffenen wurden die Augen eröffnet, und sie sahen zum ersten Male die ewige Liebe.
[HGt.01_005,16] Da staunten die Heere der Zahllosen, und es entstand ein großer Jubel und eine große Freude unter ihnen; denn sie sahen die Macht Gottes in der Liebe und sahen die Liebe in sich und auch die Kraft, die sie werden hieß, und erkannten sich und erkannten die Liebe und erkannten Gott.
[HGt.01_005,17] Nun bewegte Sich die Gottheit, und die Geschaffenen fürchteten sich vor der Gottheit, und die Liebe sah ihre Furcht und sah, daß ihre Furcht gerecht war, und die Furcht ward ihnen zum Gehorsam, und der Gehorsam war die Demut, und die Demut war ihre Liebe, und die Liebe ward ihr Gesetz, und das Gesetz ihre ewige Freiheit, und die Freiheit ward ihr Leben, und das Leben ihre Seligkeit ewiglich.
[HGt.01_005,18] Nun siehe, die ewige Liebe redete sie an, und sie verstanden das Wort! Da lösten sich ihre Zungen, und das erste Wort, das ihren Lippen entschwamm, war Liebe. Und es gefiel der Gottheit der Ton ihrer Rede; und die Gottheit ward bewegt durch die Liebe, und die Bewegung formte sich in den Geschaffenen, und die Form wurde zum Tone, und der Ton war das zweite Wort und hieß – Gott.
[HGt.01_005,19] Und nun erst waren die Geschaffenen vollendet. Und die Liebe sprach zu den Geschaffenen: „Der Erste unter euch ging verloren; daher übernehme Ich seine Stelle und werde sein unter euch ewiglich!“
[HGt.01_005,20] Da lösten sich von neuem ihre Zungen, und ihre Knie beugten sich, und sie beteten die Liebe an.
[HGt.01_005,21] Nun sieh weiter, was alles die Liebe tat, und Gott in der Liebe, und die Liebe in Gott! – Und es dauerte die Liebe der Verlorenen; aber die Gottheit erbebte in Ihrem Grimme, und es ward gehört in allen Räumen der Unendlichkeit Gottes ein großer Donner. Und der Donner drang bis zum Innersten der ewigen Liebe, und die Liebe allein verstand den Donner der Gottheit, und der Donner ward in Ihr zum Worte und sprach: „Alle Macht sei Dir untertan; tue nach Deinem Gefallen und sprich ,Es werde!‘, und es wird sein!“
[HGt.01_005,22] Und siehe, die Liebe wurde gerührt bis ins Innerste, und es floß die erste Träne aus dem Auge der ewigen Liebe, und diese Träne floß aus dem Herzen der Gottheit und hieß und heißt und wird ewig heißen die Erbarmung.
[HGt.01_005,23] Diese Träne ward zum großen Gewässer, und das Gewässer ergoß sich in alle Räume der Unendlichkeit und ergoß sich in die Tiefe der Tiefen des Zornes der Gottheit und milderte das Feuer des Grimmes Gottes.
[HGt.01_005,24] Und siehe, der Geist Gottes in Seiner Kraft wehte sanft über den Gewässern der Erbarmung, und die Gewässer teilten sich. Und Gott sprach aus Seiner Liebe, und Seine Liebe war das Wort, und das Wort stieg in die Tiefe der Tiefen und schwebte über den Gewässern, und die Gewässer wurden geschieden wie Tautropfen und wurden verteilt in groß und klein nach der Zahl der Verlorenen, die kein Ende hat, in alle Räume der Unendlichkeit.
[HGt.01_005,25] Und siehe, der letzte Tropfen, der zurückblieb, der war der innerste der Gewässer und war der innerste der Erbarmung; und der wurde nicht verteilt, sondern blieb, wo er übrigblieb, und wurde bestimmt zum Mittelpunkte und zum Schauplatze der größten der Taten der ewigen Liebe.
[HGt.01_005,26] Und nun siehe: Dieser letzte Tropfen ward geschaffen zur Erde, die du und deine Brüder bewohnen! Und die anderen Tropfen wurden geschaffen zu Sonnen, Erden und Monden aller Art, deren Zahl kein Ende hat; und siehe, so entstanden der sichtbare Himmel mit seinen Sternen, der Sonne, dem Monde und die sichtbare Erde mit den Meeren und festem Lande!
[HGt.01_005,27] Und nun siehe und hebe deine Augen empor, und du wirst die Wunder der ewigen Liebe begreifen! Du siehst allezeit den Glanz der Sonne, das Licht des Mondes und den Schimmer und das Geflimmer der Sterne in ihren mannigfaltigsten Stellungen, die ihr Sternbilder nennet; du siehst auch die verschiedenartigsten Formationen in allen drei Reichen der naturmäßigen Erde; allein bis jetzt hat es noch niemand ergründet und recht begriffen, was und woher der Glanz der Sonne, und wie ihr dieser erteilt wurde, und das Leuchten des Mondes, und der Schimmer der Sterne und ihr Geflimmer und ihre mannigfaltigsten Stellungen, und all das Gebilde der Erde.
[HGt.01_005,28] Denn siehe, Meine Kinder müssen in alles eingeweiht werden, was ihr heiliger, liebevollster Vater all für schöne Sachen hat zum Verschenken an Seine Kinder, die Ihn erkennen und über alles ganz allein lieben und sich untereinander aus Liebe ihres Vaters wegen.
[HGt.01_005,29] Nun siehe: Als alle die Sonnen mit ihren Erden durch die Macht der erbarmenden Liebe des ewigen und unendlichen Gottes wurden, da hatten sie noch keinen Glanz, kein Leuchten, keinen Schimmer und kein Geflimmer, denn es war noch große Nacht auf den gewordenen Sonnen und Erden und Monden; aber ins Zentrum der Sonnen senkte die ewige Liebe einen kleinen Funken Ihrer Gnade und dieser Funke durchglänzte schneller denn ein großer Blitz die finsteren Massen, und siehe, sie leuchteten den Erden, und mit großem Glanze, wie sie noch leuchten zur Stunde und leuchten werden, solange der Gnadenfunke ihnen nicht genommen wird.
[HGt.01_005,30] Und siehe, da erglänzten auch die Erden und Monde und wurden verteilt zu den Sonnen in gerechter Anzahl, und die Liebe hauchte sie an durch die Kraft und Macht der Gottheit, und siehe, das Licht zitterte auf den Sonnen, die Meere der Erden wogten und wirbelten in ihren Fluten, und die Lüfte und Winde schwammen und wehten über die Erden gleich dem Geiste Gottes über den Gewässern der Erbarmung! Und die Monde erhoben sich mächtig über ihre Erden, denen sie gegeben waren wie eine Frucht dem Baume, und fingen an, um dieselben zu kreisen in weiten Kreisen als stete Begleiter ihrer Entstehungen; und wo deren viele waren, wurden sie in feste Kreise vereinigt zum Zeichen der Liebe der Kinder, die unverwandt das Angesicht ihres Vaters schauen sollen wie die Monde ihre Erden, damit sie ihrer lockeren Beschaffenheit wegen nicht aus ihren Kreisen gerissen und zerstört würden.
[HGt.01_005,31] Denn siehe, die Monde sind nicht fest, sondern sehr locker und sind gleich dem Schaume des Meeres, wenn er fester und gediegener wird, und sind kahl und ohne Wasser; und die Luft der Erde ist da wie das Wasser der Erden und die Luft gleich dem Äther zwischen Sonnen und Erden. Und sie sind bestimmt, die Weltsüchtigen aufzunehmen, und zu fassen die Geister der Materie, und zu prüfen ihre Beständigkeit und sie reif zu machen zum Empfange der Gnade.
[HGt.01_005,32] Und das Feste der Erden ist der durch die Erbarmung gesänftete Zornteil der Gottheit und umschließt mit festen Banden der Verirrten Geister bis zur bestimmten Zeit ihrer unbewußten Entbindung, wo sie dann in eine zartere, aber doch immer für sie genug feste Materie, und zwar einzeln gebunden, gegeben werden, aus welcher sie erst dann durch die ewige Liebe wieder erweckt hervorgehen können; und die Meere und Gewässer sind ihrer voll, damit sie gedemütigt würden, und die Luft ist ihrer voll, damit sie geläutert würden. Und die ewige Liebe ist in allem die Form; aber der Zorn der Gottheit ist nur gedämpft auf der Erde, aber deswegen nicht aufgehoben.
[HGt.01_005,33] Dieses aber merke dir ganz besonders: In der Mitte der Sonne ruht der Gnadenfunke und gibt durch das Zornfeuer der Gottheit das Licht der Welt. In der Mitte der Erde aber befindet sich ein Zornfunke des Grimmes Gottes gleich einem Feuerdrachen und hält die bösen Rotten gefestet wie Steine, welche erst durch das Wasser der Erbarmung müssen erweicht werden, so einer wieder zu einer zweiten Probe für Freiheit und ewiges Leben soll entbunden werden. Und nun begreife das Geheimnis deines Wesens und staune über die große Liebe der ewigen Macht, wie oft Sie dich schon hat von neuem geboren werden lassen, um dich, der verloren war, fürs ewige Leben, für die Freiheit, fürs Gesetz, für die Liebe und fürs Licht und für die Anschauung Ihres Angesichtes wieder zu gewinnen; und siehe, dieses alles will Ich dir und dadurch auch vielen andern bekannt und zu erkennen geben, damit ihr doch endlich einmal einsehen möchtet, wie überaus gut die ewige Liebe sein muß, da Sie so unermüdet und so Vieles, so Großes und so Wunderbares für euch Ungehorsame tut und duldet!
[HGt.01_005,34] Siehe, so ist die Bewegung den Erden gegeben worden um ihre Sonnen und um ihre Mitte durch den Anhauch der Erbarmung der Liebe, zum Zeichen, daß die Kinder all ihr Tun sollen einrichten nach der Bewegung der Erden um die Sonnen und der Monde um die Erden, und es sollen sein die Schwachen wie die Monde, und sollen sein die Starken wie die Erde, und sollen sein die Wiedergeborenen wie die Sonne. Und sollen schauen die Schwachen die Stärke der Liebe, die sie nie fallen läßt, wenn sie wie die Monde sich unverwandt nach dem Angesichte der Liebe richten und so dieselbe nach allen Seiten umkreisen in kleineren Kreisen, aber doch durch die Kraft derselben ebenfalls in den großen Kreis mitgezogen werden; und sollen sein die Starken gleich der Erde, selbsttätig sich wendend, um sich zum Empfange des Lichtes und der Wärme aus der Gnade der Liebe, welche erleuchtet und erwärmend belebt durch die Kraft, die in ihr ist, beständig bereitzuhalten, damit sie Früchte bringen möchten aller Art aus den Werken der Liebe, an welchen sich sättigen möchten die Schwachen und erquicken möchten die Eingeborenen und ergötzen möchten die Neugeborenen; und die Neugeborenen aus den Gewässern der erbarmenden Liebe, in denen die Gnade ist vollkommen, sollen sein gleich der Sonne, und ihr Licht soll leuchten allerorten, und ihre Wärme soll beleben die Schwachen und soll befruchten die Starken zur Nahrung der Schwachen, damit eine Gemeinschaft sei unter den Kindern eines und desselben Vaters.
[HGt.01_005,35] Und siehe, noch tiefer sollst du blicken, wie und warum Ich alles so bereitet habe! Siehe, der Mond hat Flecken und viel dunkle Stellen, und die Erde hat kalte aber feste Pole, und hat hohe Berge und hat niedere Täler, und hat Quellen, Bäche, Flüsse, Ströme, Seen und kleine und große Meere; und die Sonne hat Flecken, große und kleine. Nun sieh, dieses alles sind Wirkungen der Liebe und der Gnade, oder der entsprechenden Wärme und des Lichtes, welches alles die ewige Liebe und die Macht der Gottheit durch Sie ist. Daher siehe die Schwachen und den Mond, wie sie sich gleichen, und dir wird sein Wesen aufgeschlossen; betrachte die Starken nach allem ihrem Tun, und vor deinen Augen wird die Erde enthüllt liegen; und von einem Pole bis zum andern Pole muß die starre Ruhe des Geistes in der Liebe zur Liebe dasein, damit sich alles, das den Geist umgibt, in einer steten Ordnung bewegen und dadurch für den gemeinsamen Zweck der ewigen Erhaltung tätig sein kann. Denn siehe, von der Ruhe hängt alles ab; ohne diese kann nichts erreicht werden, und wer nicht ist wie die Pole der Erde, der durchdringt nicht sein Innerstes, wie die Linie zwischen den Polen das Zentrum der Erde. Und eure Liebe muß kalt sein wie das Eis der Pole, damit ihr fähig seid, alle Wärme der göttlichen Liebe aufzunehmen. Denn siehe, was warm ist, ist nicht geschickt zur Aufnahme der Wärme; aber was kalt ist in seiner Ruhe, das ist fähig, die Wärme aufzunehmen in der Fülle und ausströmen zu lassen in alle Teile des Lebens. Denn siehe, wer die Wärme aufnimmt, welche die Liebe Gottes ist, behält sie in sich fest und läßt sie nicht weiterströmen, der ist ein Geiziger und wird aufgelöst in sich und wird sich zerstören wie das Eis am Feuer; wer aber sie empfängt wie die Pole und gibt sie alsogleich wieder an alle, die um ihn sind nahe und ferne, bei dem ist die göttliche Liebe am rechten Platze und entspricht ganz dem Willen des großen und heiligen Gebers.
[HGt.01_005,36] Diese Liebe wird viele Früchte bringen und wird sich aufschwingen zum Lichte der Gnade und wird schauen unverwandten Blickes die unermeßlichen Tiefen der Gottheit gleich den Polen, welche in die unendlichen Räume der Schöpfungen der Liebe Gottes hinausblicken, und mit weitgeöffneten Augen die sanften Strahlen aus der Unermeßlichkeit aller unendlichen Räume, in welchen zahllos die Wesen der Erbarmung kreisen, jegliches nach seiner Art, in sich saugen und dadurch vor Entzückung und Wonne in ihrer Liebe zur Liebe und für die Liebe sich entzünden und gleich einer Sonne selbstleuchtend werden gleich dem Lichte der Pole der Erde.
[HGt.01_005,37] Daher, wer beständig bleibt in der Mitte der Liebe der Erkenntnis, was die Gnade ist, dessen Lenden werden glühen vor Liebe aus Gott wie der Gürtel der Erde, und seine Augen werden leuchten vor Erkenntnis wie die Pole, und seine Arme werden sich bewegen wie die Flüsse, Bäche und Quellen, und die Handlungen werden zuströmen den Meeren der göttlichen Erbarmungen, die gesalzen sind mit der Gnade und mit den Erkenntnissen der ewigen Liebe und des ewigen Lebens.
[HGt.01_005,38] Nun, da habt ihr den Schlüssel, um zu eröffnen und zu durchschauen die Erde, die euch trägt. 

6. Kapitel

[HGt.01_006,01] Nun aber erhebe deinen Blick von der Erde zur Sonne, welche ist ein getreues Bild der Wiedergeborenen! Siehe genau, und du wirst bald gewahr werden, daß sich manchmal Flecken an ihrem Gürtel befinden. Siehe, der Natur nach, wie ihr sagt, sind das Ausbrüche von innen heraus gleich den Feuerspeiern der Erde und sind entsprechende Ausbrüche des Grimmes der Gottheit und kleine Spuren von seiner alles zerstörenden Macht, welche sich der Natur der Welt nach allezeit durch große oder kleine Ungewitter, je nach der Größe der Flecken, auf den Erden teilweise zu erkennen gibt; jedoch wird die Liebe da allezeit um so tätiger und sänftet alles wieder mit dem Wasser der Erbarmung und auf der Sonne mit großen Stromfluten aus dem uferlosen Meere Ihrer erbarmenden Gnade. Und siehe, so wird alles wieder in die größte Ordnung gebracht, und außer dieser Ordnung, in der Ich die ewige Liebe Selbst bin von Ewigkeit der Ewigkeiten her, und aus welcher und in welcher alles, was ist, gemacht wurde, kann nichts bestehen noch entstehen; und wer aus dieser Ordnung seiner Freiheit nach tritt, der handelt wider die Liebe und wider das Leben und wird zugrunde gehen ewiglich.
[HGt.01_006,02] Nun hast du die Sonne geschaut und sie begriffen nach der Natur, die einfach ist und sein muß, damit sie bestehen kann für den Zweck, für den sie da ist und da sein muß aus der Ordnung der Liebe.
[HGt.01_006,03] So ziehe dann deine Augen ab zu der Wiedergeburt des Geistes, und zum Volke Gottes, und zum Gesetze der Liebe, und zum Leben der Freiheit im Lichte der Gnade aus den Gewässern der Erbarmung, und die Sonne wird enthüllt vor deinen Augen schweben, und keine Falte in derselben soll dir verborgen bleiben!
[HGt.01_006,04] Aber siehe, auch die Sonne hat ebenfalls ihre Pole, aus denen all ihr Licht und ihre Wärme aus dem Zentrum der Ruhe der Gnade sich über ihren ganzen Umfang ergießt; und hätte sie die Polruhe nicht, so hätte sie auch kein Licht. Denn siehe, die Ruhe ist zur Aufnahme des Lichtes und der Wärme unumgänglich nötig und muß gleich sein der Ruhe der Liebe in Gott; nur aus Ruhe kommt die Empfänglichkeit fürs Leben und Licht.
[HGt.01_006,05] Und siehe, wenn die Luft ruhig ist, so ist es auch rein und heiter auf der Erde; wehen aber heftige Winde nach verschiedenen Richtungen, so kommen bald schwarze Wolken und verdunkeln das Licht.
[HGt.01_006,06] Eure Begierden sind gleich den Winden, durch welche ihr von Sorgen aller Art umgeben werdet, welche das Licht der Gnade in euch zu fließen verhindern gleich den Wolken, welche von Winden herbeigetrieben werden und die Strahlen der Sonne hindern, auf die Erde zu fallen.
[HGt.01_006,07] Daher sollet ihr euch gar nicht sorgen, sondern alle eure Begierden und daraus entstehenden Sorgen sollet ihr auf Mich richten und Mir übertragen, damit ihr Ruhe habt und Ich beständig in euch fließen kann.
[HGt.01_006,08] Und siehe, wie die Erde sich dreht um ihre Polruhe aus Meiner Ordnung regelmäßig, welche die Macht Meiner Liebe bewirkt, damit keine Seite unbeleuchtet bleibe, so sollen auch alle eure Handlungen hervorgehen aus Meiner Liebe, die in euch ist ursprünglich und nachträglich nach eurer Fähigkeit durch das gegebene Wort der ewigen Liebe im Gesetze der Gnade und der Erbarmung; und wie die Nacht die Erde erquickt, wird euch die Liebe erquicken, und wie der Tag der Erde werdet ihr erleuchtet sein durch das Licht aus der Sonne der Gnade.
[HGt.01_006,09] Ihr sollet sein gleich dem Winter, der kalt ist in der Ruhe, dadurch aber auch am meisten fähig zur Aufnahme der Wärme bis in die tiefsten Tiefen der Erde. Und bei dem der Winter eingetroffen ist, bei dem wird auch der Frühling eintreffen, wie er ist gleich dem ersten Leben der Liebe in euch, und wird eintreffen der Sommer in vollster Tatkraft aus dem Leben der Liebe, die in euch ist stark geworden durch die Gnade, und wird eintreffen der ruhige Herbst mit den Früchten der Werke der Liebe und der Gnade, in welcher ihr dann ganz als Neugeborene in das Leben der Sonne eingehen werdet, zu schauen das Angesicht eures heiligen Vaters und zu leuchten gleich ihr aller Welt durch die große Kraft der Gnade, der Liebe und der Erbarmung eures überaus guten, heiligen Vaters.
[HGt.01_006,10] Aber wer nicht ist gleich dem Monde und nicht wird gleich der Erde, kann auch nicht werden gleich der Sonne, – sondern er ist gleich einem Kometen, der keine Festigkeit hat, auch nicht im geringsten, und all sein Wesen ist ein gestohlenes aus den Gnadenausflüssen der Sonnen, und seine Bahn ist eine unordentliche wie die Wege der Diebe und Räuber, und er wird getrieben von der Furcht des Lichtes von einer Weltentiefe in die andere und wird nie mehr finden eine Ruhe in Ewigkeit; und das Licht wird ihn verfolgen auf allen seinen Wegen und erleuchten seine Nichtigkeit.
[HGt.01_006,11] Und es wird ihm endlich noch ergehen wie den Sternschnuppen, die aus der Gnade geworfen und verstoßen werden ihrer Nichtigkeit wegen und verzehrt werden durch den Raub der Gnade; denn das gestohlene Licht wird sie vernichten ewiglich, und sie werden fürder nicht mehr sein, gleich den Früchten der Bäume, die zu früh ans Licht sprossen, bevor sie noch die Liebe gefestet hat; und da sie keine Festigkeit haben, weil zu wenig Verbindung der Liebe, so werden sie schwächer und schwächer, fallen dann vom Baume und werden zertreten und zugrunde gerichtet.
[HGt.01_006,12] Nun siehe, hier hast du die Sonnen, Erden, Monde, Kometen und die Sternschnuppen ihrem ganzen Wesen nach und ihrer ganzen Bedeutung nach und so auch alles und jedes einzelne der Teile vom größten bis zum kleinsten enthüllt vor dir!
[HGt.01_006,13] Der Geist der Liebe und Gnade ist in euch und ist in aller Weisheit. Wer ihn hört, der wird alles ergründen in der Tiefe der Tiefen; und er wird erforschen die Toten, und sie werden ihm antworten, und er wird durchschauen die Lebendigen, und ihre Liebe wird ihn erquicken und ihr Licht ihn ergötzen; und er wird sein Ohr legen auf die Erde, und das Gras wird ihm erzählen die Geheimnisse der Liebe, und das Erdreich wird ihm enthüllen seine Tiefen, und die Berge werden horchen seiner Stimme, und der Ton seiner Rede wird durchdringen das Mark der Erde; und so er schauen wird das Meer, so werden seiner Augen Strahlen durchleuchten alle Tropfen desselben und durchdringen jegliches Sandkörnchen; und die Geister, so darinnen noch im Gerichte harren, werden dem Lichte seiner Augen zuströmen, gleichwie die Fische und das Gewürm des Meeres und der Gewässer zur Nachtzeit einer über die Oberfläche gehaltenen Fackel, und werden sich fangen lassen für die Erlösung aus den Kerkern der ewigen Nacht und werden erkennen die Liebe und ihren Durst stillen aus den Gewässern der Erbarmung und emporwachsen zur Schwäche, zur Stärke und zur Kraft aus der Liebe des Vaters und des Wortes, welches die Liebe ist im Vater, und des Geistes, welcher die Kraft ist in beiden.
[HGt.01_006,14] Und siehe, dieses alles und noch vieles andere mehr wird euch Mein Geist lehren, so ihr Seine Stimme höret! Aber Seine Stimme ist nicht laut, sondern sehr stille, – aber eben darum alles durchdringend wie die Wärme der Liebe, und wie das Licht der Gnade, und wie die Kraft der erbarmenden Liebe eures heiligen Vaters. 

7. Kapitel

[HGt.01_007,01] Nun siehe, Ich will euch zeigen die organische Schöpfung vom Ersten bis zum Letzten und vom Kleinsten bis zum Größten, wie Ich es gemacht habe aus Meiner Liebe und aus Meiner Weisheit und aus der ewigen Ordnung aus beiden heraus, welches ist das Wort der ewigen Macht und Kraft in der Tiefe der Gottheit. Und siehe, es ist nichts in allen Räumen der Unendlichkeit, weder Großes noch Kleines, was nicht durch dasselbe wäre gemacht worden!
[HGt.01_007,02] Und siehe und höre: So war nun die Erde da, und war da der Mond, und war da die Sonne, und waren da die Sterne; aber die Erde war noch nackt, und ihre Oberfläche war noch gleich der Oberfläche des Meeres. Und über dem Gewässer lagen dichte Wolken und reichten tief in die toten Räume der Welten hinein, und das Licht der Sonne konnte nicht erleuchten den Tropfen der Erbarmung. Und der Mond war bedeckt vom Dunste des Tropfens, und in diesem Dunste erst ward vollends ausgeboren die Erde und ward genährt der Mond. Und die Sonne lag über beiden mit den Strahlen ihres Lichtes aus der Wärme der Liebe in Gott, wie eine Henne über ihren Küchlein, und machte reif die Erde und trennte den Mond von der Brust seiner Mutter.
[HGt.01_007,03] Da trennte sich das große Gewölk und senkte sich zur Ruhe der Pole, und der Gürtel der Erde ward frei, und die Sonne sah sich in den Gewässern, und die Erde strahlte dankbar das empfangene Licht in den weiten Schoß der Sonne zurück und sah mit weitgeöffneten Augen den Mond sich baden in den Strahlenausflüssen der Gnade der ewigen Liebe aus der Sonne.
[HGt.01_007,04] Und siehe und höre weiter: Es war der Erde wohl; denn sie ward erfüllt mit der Liebe der Erbarmung und sah ihren Liebling, den Mond, munter um sich kreisen. Und die Liebe schwellte ihre weite Brust mit dem Odem der Erbarmung, als wollte sie noch einmal dem Kinde ihre mit der Gnadenmilch vollgefüllte Brust reichen; aber siehe, die Milch gerann durch die Wärme der erbarmenden Liebe und wurde zum festen Lande und ragte über die Meere. Und die Meere sanken zurück in die Tiefen und waren gleich dem Wasser, das sich absondert bei der Gerinnung der Milch, zur Besänftigung des innewohnenden Grimmes durch das Salz der Gnade durch die Erbarmung der Liebe aus Gott in aller Kraft und Macht.
[HGt.01_007,05] Und siehe, da ward es ruhig auf der Erde und in allen Räumen der Unendlichkeit Gottes, und die ewige Liebe senkte Sich zum ersten Male ganz zur Erde hinab und hauchte in Ihrer Allmacht und Kraft über die Fläche der Erde hin, und der Hauch war eine zahllose Fülle der Gedanken in lebendigen Formen aller Art zur künftigen Erlösung der Verlorenen.
[HGt.01_007,06] Und siehe, da keimten aus dem Festen der Erde Kräuter, Pflanzen, Gesträuche und Bäume aller Art, und die Meere, Seen, Ströme, Flüsse, Bäche und Quellen wimmelten von Gewürmen, Fischen und Tieren aller Art; und die Luft war belebt von den Vögeln aller Art. Und die Zahl jeglicher Art sowohl in den Gewässern als auch auf den festen Landen und in den Lüften war gleich der Zahl des Menschen, der aus dieser Zahl gemacht wurde, und war gleich der Zahl der Gnade der Liebe und war gleich der Zahl der künftigen Erlösung und der daraus entstehenden und hervorgehenden Wiedergeburt.
[HGt.01_007,07] Und nun siehe und begreife, was bis jetzt noch von niemandem gesehen und begriffen wurde: Die ewige Liebe nahm die Zahl aus Sich, und die Zahl war die Ordnung und das ewige Gesetz in Ihr, aus und in welcher Sie Selbst ewig bestand, besteht und bestehen wird in aller Macht und Kraft der Heiligkeit Gottes. Und Sie nahm denn Tonerde gleich dem Obers der geronnenen Milch und formte mit der Hand Ihrer Macht und mit der Hand Ihrer Kraft nach der Zahl Ihrer Ordnung den ersten Menschen und blies ihm durch die Nüstern den lebendigen Odem ein. Und der Odem ward in ihm zur lebendigen Seele, und die Seele erfüllte ganz den Menschen, der nun gemacht wurde nach der Zahl der Ordnung, aus welcher gemacht waren die Geister und gemacht wurden die Welten in den Räumen und die Erde und alles, was auf ihr ist, und der Mond und die Sonne.
[HGt.01_007,08] Und nun siehe, dieser erste Mensch auf der Erde, der hervorging aus den Händen der Macht und der Kraft der ewigen Liebe, wurde benannt aus dem Munde der erbarmenden Gnade ,Adam‘ oder ,Sohn der Erbarmung und der Gnade‘.
[HGt.01_007,09] Und nun merke wohl: Dieser Adam war an der Stelle des ersten der gefallenen Geister; es ward ihm nicht zu erkennen gegeben, wer er war, und siehe, da langweilte es ihn, da er sich nicht erkannte und auch nichts finden konnte, was ihm ähnlich wäre.
[HGt.01_007,10] Und siehe, da wehte ihn, unsichtbar seinen noch blinden Augen der Seele, die ewige Liebe an, und er schlief zum ersten Male in der Anmut der erbarmenden Liebe ein. Und die Anmut der erbarmenden Liebe formte im Herzen des Adam, gleichsam wie in einem süßen Traume, eine ihm ähnliche Gestalt von großer Anmut und ebenso großer Schönheit.
[HGt.01_007,11] Und die ewige Liebe sah, daß der Adam große Freude fand in sich durch die innere Anschauung seines zweiten Ichs. Da rührte ihn die erbarmende Liebe an der Seite, da ihm gegeben ward ein Herz gleich dem Herzen der Gottheit zur Aufnahme der Liebe und des Lebens aus der Liebe in Gott, und nahm ihm dadurch die Eigenliebe, um für Sich Selbst eine Wohnstätte zu bereiten durch das künftige Gesetz der erbarmenden Gnade, und stellte die Eigenliebe, an der er großes Wohlgefallen fand in sich, außer seinem Leibe körperlich und hieß sie ,Caiva‘ oder, wie ihr schon gewohnt seid zu sagen, ,Eva‘, das ist soviel als die vorbildende Erlösung von der Selbstsucht und die daraus hervorgehende Wiedergeburt.
[HGt.01_007,12] Und siehe, da rührte ihn die erbarmende Liebe an und weckte ihn zur Anschauung seiner Eigenliebe außer ihm und sah, daß er ein großes Wohlgefallen an der Anschauung seiner Liebe außer ihm hatte und fröhlich war über die Maßen; und die Liebe außer ihm, die nun Eva hieß, ergötzte sich an dem Menschen Adam und neigte sich zu ihm und folgte jeder seiner Bewegung.
[HGt.01_007,13] Und siehe, da sprach die ewige Liebe zum ersten Male den Adam an: „Adam!“ – Und er sprach zum ersten Male: „Hier bin ich, Herr der Glorie, der Macht und der Kraft!“
[HGt.01_007,14] Und die ewige Liebe sprach abermals: „Siehe deine Gehilfin!“ – Und die Eva antwortete: „Siehe, Herr, die Magd gehorsam zu den Füßen Deines Sohnes liegen und harren seiner Befehle!“
[HGt.01_007,15] Und siehe, die erbarmende Liebe fand großes Wohlgefallen an den Werken Ihrer Macht und Kraft durch die Gnade Ihrer Erbarmung und sprach ferneres und unterrichtete sie in allem und lehrte sie alle Dinge kennen, benennen und gebrauchen. Und als sie alles verstanden, kannten und gebrauchen konnten, da sprach die erbarmende Liebe wieder zu ihnen: „Nun sehet, ihr erlerntet nun alles, ihr kennet nun alles und könnet den Gebrauch machen von allem bis auf eines, und dieses Letzte will Ich euch jetzt lehren und die Kraft in euch legen zur Fortzeugung und Fortpflanzung euresgleichen; aber ihr dürfet davon erst dann Gebrauch machen, wenn Ich wiederkommen werde, euch bekleidet werde finden mit dem Kleide des Gehorsams, der Demut, der Treue und der gerechten Unschuld. Wehe aber euch, so Ich euch nackt finde; Ich werde euch verstoßen, und der Tod wird die Folge sein!“

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Haushaltung Gottes, Band 1, 4. - 7. Kapitel

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